Gestufter Dialog

Die Arbeit der SQR-BW verfolgt das Ziel, die Qualität im Rettungsdienst von Baden-Württemberg zu sichern und kontinuierlich zu verbessern. Um wichtige Erkenntnisse zur Ergebnisbewertung der Qualitätsindikatoren zu erhalten (z. B. nicht berücksichtigte Einflussfaktoren) und Qualitätsmängel letztendlich als solche zu erkennen, muss auffälligen Ergebnissen nachgegangen werden. Weiterhin sollen unter Einbindung von Fachexperten in diesem mehrstufigen Verfahren auch gezielte Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung eingeleitet und damit Hilfestellung gegeben werden.

Die Qualitätsindikatoren werden von der SQR-BW nach Validierung und Aufbereitung der Daten gemäß den veröffentlichten Datenblätter berechnet. Bei zur Bewertung vorgesehenen Qualitätsindikatoren werden Ergebnisse außerhalb eines indikatorspezifischen Zielbereichs der potentiellen Ursachensuche unterzogen. Sollten sich Hinweise auf Qualitätsmängel ergeben, unterstützen Experten gezielt bei der Einleitung von Verbesserungsmaßnahmen.


Für das Datenjahr 2018 werden neben der Vollzähligkeit der Datenlieferung zehn Qualitätsindikatoren in den Gestuften Dialog einbezogen. Der Gestufte Dialog für den Indikator Ausrückzeit wird zunächst ausgesetzt, bis entsprechende Maßnahmen aus bereits vorliegenden Erkenntnissen umgesetzt werden können. Die Indikatoren zum primären Transport sowie der Indikator Fahrzeit auf Rettungsdienstbereichsebene werden neu in den Gestuften Dialog aufgenommen:
 
    3-3 Fahrzeit (Rettungsdienstbereich: Notarzt und RTW)
    5-1 Kapnometrie/Kapnografie bei Atemwegssicherung
    5-2 Standardmonitoring bei Notfallpatienten
    5-3 Blutzuckermessung bei Bewusstseinsstörung
    5-10 Kapnografie bei Reanimation
    6-1-1 Primärer Transport akuter Myokardinfarkt: Klinik mit PCI
    6-1-2 Primärer Transport Polytrauma: regionales/überregionales Traumazentrum
    6-1-3 Primärer Transport in geeignete Klinik: SHT
    6-1-4 Primärer Transport akutes zentral-neurologisches Defizit: Klinik mit Schlaganfalleinheit
    7-3 Schmerzreduktion
Gestufter Dialog
Detaillierte Informationen zu Auslösung, Ablauf und Abschluss des Gestuften Dialogs finden Sie in unserer Infothek unter "Ergänzende Dokumente"
--> Gestufter Dialog

Die Leitstellen-, Notarzt- und RTW-Daten müssen der SQR-BW hierfür gemäß der jeweiligen Datensatzspezifikation in elektronischer Form vorliegen. Die Datenentgegennahme endet in der Regel sechs Wochen nach Ende des Jahres der Datenerfassung. Nicht fristgerechte oder nur anteilige Datenlieferungen lösen auch den Gestuften Dialog aus (Hinweise zur Vollzähligkeit finden sich unter Datenverarbeitung).

Die Ergebnisse des Gestuften Dialogs werden im jährlich erscheinenden Qualitätsbericht der SQR-BW sowie dem Landesausschuss für den Rettungsdienst berichtet.

 
Dr. med. Steffen Grünling
Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin
Diakonie-Klinikum
Schwäbisch Hall
 
OTA Prof. Dr. med. Matthias Helm
Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie
Bundeswehrkrankenhaus
Ulm

Dr. med. Albrecht Henn-Beilharz
Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin
Katharinenhospital
Stuttgart
 
Dr. med. Frank Koberne
Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Regierungspräsidium (ÄLRD RP)
Freiburg

Dr. med. Martin Messelken
MIND3-Autor
Bad Boll

Prof. Dr. med. Erik Popp
Klinik für Anästhesiologie
Sektion Notfallmedizin
Universitätsklinikum
Heidelberg

Anmerkung: Zunächst wird der Gestufte Dialog mit notärztlichen Indikatoren begonnen. Der weitere Ausbau folgt sukzessive, auch für nicht-ärztliche bzw. nicht-medizinische Indikatoren. In diesem Zusammenhang werden weitere Fachgruppenmitglieder einbezogen.