FAQ

Der Begriff „übergeordnetes Qualitätsziel“ beschreibt einen erstrebenswerten Zustand in einem Bereich der Versorgung, der als gute Qualität angesehen werden kann. Ein übergeordnetes Qualitätsziel bedarf der weiteren Konkretisierung, indem spezifische Qualitätsziele abgeleitet werden. Spezifische Qualitätsziele beschreiben einen erstrebenswerten Zustand zu einem konkreten Aspekt der Versorgung. Das Ziel sollte in einem Satz „Gute Qualität ist, wenn…“ konkret formuliert werden können. Spezifische Qualitätsziele sind Bestandteile von Qualitätsindikatoren. Diese operationalisieren spezifische Qualitätsziele und ermöglichen somit deren quantitative Abbildung und eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse. Folgende Definition kann hierbei herangezogen werden: „Ein Indikator ist ein quantitatives Maß, welches zum Monitoring und zur Bewertung der Qualität wichtiger Leitungs-, Management-, klinischer und unterstützender Funktionen genutzt werden kann, die sich auf das Behandlungsergebnis beim Patienten auswirken. Ein Indikator ist kein direktes Maß der Qualität. Er ist mehr ein Werkzeug, das zur Leistungsbewertung benutzt werden kann, das Aufmerksamkeit auf potenzielle Problembereiche lenken kann, die einer intensiven Überprüfung innerhalb einer Organisation bedürfen könnten.“ Aus: Sens B, Fischer B, Bastek A et al.. Begriffe und Konzepte des Qualitätsmanagements - 3. Auflage. GMS Med Inform Biom Epidemiol. 2007;3(1):Doc05.
Die für Baden-Württemberg relevanten übergeordneten Qualitätsziele hat der Landesausschuss für den Rettungsdienst (LARD) in seiner Sitzung am 10. Juli 2012 beschlossen. Der LARD ist in Baden-Württemberg das maßgebliche Fach- und Lenkungsgremium auf Landesebene für den Rettungsdienst. Gemäß § 4 des Rettungsdienstgesetzes ist der LARD verantwortlich für die Festlegung „allgemeine[r] Grundsätze und Maßstäbe für eine fachgerechte, leistungsfähige und wirtschaftliche Durchführung des Rettungsdienstes […]“.
In der bisherigen Arbeit lag der Fokus der SQR-BW auf den Qualitätszielen der Prozess- und Ergebnisqualität im Rettungsdienst. Darauf aufbauend soll in den Folgejahren mit der Entwicklung von Indikatoren für die Strukturqualität begonnen werden. Die Entwicklung von Indikatoren zur Qualität der Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter im Rettungsdienst wird erfolgen, sobald auf Landesebene weitere Beschlüsse und Empfehlungen zu Befugnissen und Einsatzspektrum von Notfallsanitätern getroffen wurden.
Das dargestellte Indikatorenset wurde von der SQR-BW unter Beteiligung von Fach- und Expertengruppen konzipiert. Da die tatsächliche Qualität und Aussagekraft der einzelnen Indikatoren jedoch erst anhand von Echtdatenauswertungen beurteilt werden kann, ist eine kontinuierliche Evaluation und Weiterentwicklung erforderlich. Hierbei kann es beispielsweise erforderlich sein, dass Berechnungen oder Wertebereiche einzelner Indikatoren angepasst werden müssen, es kann aber auch sein, dass aufgrund der Ergebnisse Indikatoren zusätzlich benötigt oder auch obsolet werden. Dementsprechend sind Änderungen am Indikatorenset nach dem Vorliegen von Auswertungen für das jeweilige Folgejahr gerade in der Anfangszeit überaus wahrscheinlich.
Während des Prozesses der Indikatorenentwicklung wurden verschiedene Qualitätsindikatoren zwar gesichtet, aber schlussendlich nicht in das abgestimmte Indikatorenset übernommen. Teilweise wurden diese Indikatoren nicht endgültig verworfen, sondern vorläufig zurückgestellt. Diese zurückgestellten Indikatoren werden bei Vorliegen der erforderlichen Daten und/oder nach der Verfügbarkeit bestimmter technischer Voraussetzungen erneut geprüft und gegebenenfalls Testauswertungen zur Frage der Eignung durchgeführt. Qualitätsindikatoren, deren weitere Betrachtung nach Vorliegen von Echtdatenauswertungen nicht sinnvoll erscheint, sind fortan nicht mehr Bestandteil der Ergebnisdarstellung.
Mit dem Methodenbericht stellt die SQR-BW die Entstehung der Qualitätsindikatoren transparent dar.
Für jeden veröffentlichten Qualitätsindikator sind auf einem Datenblatt alle wesentlichen Informationen zum Hintergrund und zur Berechnung des Indikators dargestellt (Infothek).
Die am Rettungsdienst Beteiligten vor Ort erhalten im Rahmen ihrer Zuständigkeit regelmäßig Auswertungen in Form von standardisierten Berichten. Basierend hierauf können weitere Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung eingeleitet werden, bei denen die SQR-BW beratend und unterstützend tätig werden kann. Ab dem Jahr 2017 wird die SQR-BW für erste ausgewählte Indikatoren der notärztlichen Prozessqualität in den gestuften Dialog eintreten.
Im Rahmen des jährlichen Qualitätsberichts der SQR-BW werden die Landesergebnisse der Qualitätsindikatoren sowie anonymisierte Vergleichsdarstellungen veröffentlicht.
Der Qualitätsbericht erscheint einmal jährlich. Für die Veröffentlichung ist jeweils der Spätsommer des Folgejahres vorgesehen. Alle bisher erschienenen Qualitätsberichte stehen in der Infothek zum Download bereit.
Vor erstmaliger Datenlieferung muss eine Registrierung der Standorte bei der SQR-BW erfolgen. Danach können jederzeit Daten an einen FTP-Server, den die SQR-BW zur Verfügung stellt, übertragen werden. Eine genaue Anleitung zur Datenübertragung findet sich im Bereich „Datenübertragung“.
Im Bereich „Datenübertragung“ finden sich Registrierungsformulare für Notarztstandorte und Rettungswachen, welche an die SQR-BW zu übermitteln sind. Nach Registrierung werden Projekt-ID (Standortkennung) und Anmeldedaten zur Datenübertragung per FTP-Server mitgeteilt.
Nein. Erst wenn alle Leitstellen ihre Daten mit den erforderlichen Inhalten und der vorgegebenen Struktur an die SQR-BW liefern, kann die Hilfsfrist zentral durch die SQR-BW berechnet werden. Bis dahin liegt deren Berechnung in der Verantwortung der Bereichsausschüsse und wird jährlich vom Innenministerium abgefragt und veröffentlicht.