Zum Inhalt springen

Gestufter Dialog

Die SQR-BW möchte durch ihre Arbeit einen Beitrag zur Sicherung und kontinuierlichen Verbesserung der Qualität im Rettungsdienst von Baden-Württemberg leisten. Um die rechnerisch ermittelten Ergebnisse der Qualitätsindikatoren bewerten zu können und Qualitätsmängel letztendlich als solche zu erkennen, muss auffälligen Ergebnissen nachgegangen werden. Die Einschätzung und Betrachtung der Ergebnisse im Kontext der Gegebenheiten vor Ort, der Datenerhebung sowie der Original-Dokumentation ist für deren Bewertung essenziell. Hierzu führt die SQR-BW im Auftrag des baden-württembergischen Landesausschusses für den Rettungsdienst den Gestuften Dialog durch. In diesem Verfahren sollen Erkenntnisse über die Ursachen für auffällige Ergebnisse gewonnen werden sowie – unter Einbindung von Fachexpertinnen und Fachexperten – gezielte Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung eingeleitet werden.

Die Rechenregeln und Bewertungsrichtlinien der Qualitätsindikatoren im Gestuften Dialog werden jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst. Aus dem Verfahren gewonnene Erkenntnisse fließen regelmäßig in die Evaluation der Indikatoren und in die Berichterstattung auf Landesebene ein.

Neben der Vollzähligkeit der Datenlieferung, für die 2020 der Gestufte Dialog erstmals auch mit Rettungsdienststandorten durchgeführt wird, werden für das Datenjahr 2020 dieselben Indikatoren wie im Vorjahr in den Gestuften Dialog einbezogen:

  • 3-1 Erstbearbeitungszeit in der Leitstelle
  • 3-2 Ausrückzeit
  • 3-4 Gesprächsannahmezeit bei Rettungsdiensteinsätzen
  • 5-1 Kapnometrie/Kapnografie bei Atemwegssicherung
  • 5-2 Standardmonitoring bei Notfallpatientinnen/Notfallpatienten
  • 5-3 Blutzuckermessung bei Bewusstseinsstörung
  • 6-1-1 Primärer Transport akuter Myokardinfarkt: Klinik mit PCI
  • 6-1-2 Primärer Transport Polytrauma: regionales/überregionales Traumazentrum
  • 6-1-4 Primärer Transport akutes zentral-neurologisches Defizit: Klinik mit Schlaganfalleinheit
  • 7-3 Schmerzreduktion

Detaillierte Informationen zu Auslösung, Ablauf und Abschluss des Gestuften Dialogs finden Sie in unserer Infothek unter "Ergänzende Dokumente".

Da auch 2020 das bereits bekannte Problem der automatischen Übernahme von Erst- in Übergabebefunde noch nicht behoben war und daher von erneuten Stellungnahmen kein wesentlicher Erkenntnisgewinn zu erwarten ist, werden auch im Gestuften Dialog 2020 für den Indikator Schmerzreduktion lediglich Hinweise versendet.

Die Ergebnisse der meisten Qualitätsindikatoren blieben 2020 auf dem im Vorjahr erreichten Niveau, die Indikatoren Blutzuckermessung bei Bewusstseinsstörung und Kapnometrie/Kapnografie bei Atemwegssicherung zeigen eine Verbesserung. Da Änderungen in der Indikatorberechnung unmittelbaren Einfluss auf die Ergebnisse haben, ist eine direkte Vergleichbarkeit mit Vorjahresergebnissen nicht überall uneingeschränkt gegeben. Wo dies möglich ist, werden jedoch bei der Entscheidung über die Anforderung und bei der Bewertung von Stellungnahmen die Vorjahresergebnisse berücksichtigt. Ergänzend hierzu wird für die Indikatoren Standardmonitoring bei Notfallpatientinnen/Notfallpatienten und Blutzuckermessung bei Bewusstseinsstörung seit 2019 eine Risikoadjustierung durchgeführt, bei der insbesondere die Erkenntnisse aus den Gestuften Dialogen der Vorjahre berücksichtigt werden.

Der Abschluss des Gestuften Dialogs für das Datenjahr 2020 wird voraussichtlich Ende 2021/Anfang 2022 erfolgen. Die abschließende Darstellung und Bewertung der Ergebnisse geschieht im Qualitätsbericht des Folgejahres.